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Ratgeber

Was ist Agri-Photovoltaik und wie funktioniert sie?

Redaktion fotovoltaikshop.de · aktualisiert am 7. August 2026 · 9 Min. Lesezeit
Kurz & knapp

Agri-Photovoltaik (Agri-PV) kombiniert landwirtschaftliche Nutzung und Stromerzeugung auf derselben Fläche. Module stehen entweder hoch aufgeständert über den Kulturen, senkrecht bifazial in Reihen zwischen dem Anbau oder auf nachgeführten Tracker-Systemen. Die Kategorisierung richtet sich nach DIN SPEC 91434, die Förderung erfolgt über EEG-Ausschreibungen für besondere Solaranlagen. Vorteile sind ein zusätzliches Standbein für den Betrieb sowie Schutz der Kulturen vor Hagel, Sonne und Trockenstress. Dem stehen höhere Investitionskosten, ein aufwendiges Genehmigungsverfahren im Außenbereich und ein oft begrenzender Netzanschluss gegenüber.

Agri-Photovoltaik verbindet zwei Nutzungen, die bislang als Gegensatz galten: Landwirtschaft und Stromerzeugung auf derselben Fläche. Statt zwischen Ackerbau und Solarpark zu wählen, stehen die Module so über oder zwischen den Kulturen, dass darunter weiter geerntet, gemäht oder beweidet werden kann. Dieser Ratgeber erklärt die gängigen Systemtypen, die rechtliche Einordnung über DIN SPEC 91434, die Förderkulisse und den typischen Ablauf eines Agri-PV-Projekts, ohne konkrete Preise oder Erträge zu versprechen, die sich seriös nur im Einzelfall ermitteln lassen.

Was ist Agri-Photovoltaik?

Agri-PV bezeichnet eine Photovoltaikanlage, die eine landwirtschaftlich genutzte Fläche nicht ersetzt, sondern ergänzt. Die Fläche bleibt überwiegend dem Anbau oder der Tierhaltung vorbehalten, die Solarmodule nutzen den verbleibenden Raum darüber oder dazwischen. Möglich wird das durch drei bauliche Grundprinzipien:

  • Höhe: Module werden so hoch aufgeständert, dass Landmaschinen darunter fahren können.
  • Abstand: Zwischen den Modulreihen bleiben Fahrgassen und ausreichend Licht für die Kulturen.
  • Ausrichtung: Senkrecht stehende, bifaziale Module nehmen kaum Ackerfläche in Anspruch und lassen sich in bestehende Reihenstrukturen integrieren.

Der Grundgedanke ist die Flächeneffizienz: Eine Fläche, die sowohl landwirtschaftlich als auch energetisch genutzt wird, erzielt in der Summe einen höheren Flächenertrag, als wenn beide Nutzungen getrennt auf zwei Flächen stattfinden würden. Dieser Zusammenhang wird häufig über die sogenannte Landnutzungsrate beschrieben, die den kombinierten Ertrag von Doppelnutzung und getrennter Nutzung qualitativ gegenüberstellt.

Flächeneffizienz und Landnutzungsrate

Der zentrale wirtschaftliche und ökologische Vorteil von Agri-PV lässt sich am besten über die Landnutzungsrate beschreiben, ein qualitatives Maß dafür, wie viel Gesamtnutzen eine Fläche stiftet, wenn Landwirtschaft und Stromerzeugung kombiniert statt getrennt stattfinden. Würde eine Kommune dieselbe Menge an Ernteertrag und Solarstrom auf zwei getrennten Flächen erzeugen, bräuchte sie dafür in Summe mehr Land als bei einer kombinierten Agri-PV-Fläche. Grund dafür ist, dass weder die landwirtschaftliche Nutzung noch die Stromerzeugung die volle Sonneneinstrahlung einer Fläche beansprucht: Pflanzen benötigen bis zu einem gewissen Grad Licht, darüber hinausgehendes Licht kann teilweise für die Stromerzeugung abgezweigt werden, ohne den Ertrag der Kultur unverhältnismäßig zu schmälern.

Diese Flächeneffizienz ist jedoch kein Automatismus, sondern hängt stark vom gewählten Systemtyp, dem Verschattungsgrad und der jeweiligen Kultur ab. Manche Kulturen reagieren empfindlich auf zusätzliche Teilverschattung, andere profitieren sogar davon, etwa wenn sie vor zu intensiver Sonneneinstrahlung geschützt werden. Eine pauschale Prozentzahl für den Effizienzgewinn lässt sich seriös nicht angeben, da sie von Standort, Kultur und Anlagenauslegung abhängt und im Einzelfall durch eine fachliche Standortanalyse ermittelt werden sollte.

Die drei gängigen Systemtypen

Nicht jede Agri-PV-Anlage sieht gleich aus. In der Praxis haben sich vor allem drei Bauformen etabliert.

Hoch aufgeständerte Systeme

Die Module hängen an Stahlkonstruktionen mehrere Meter über dem Boden, sodass Traktoren, Mähdrescher und andere Landmaschinen ungehindert darunterfahren können. Diese Bauweise eignet sich vor allem für Ackerkulturen, die regelmäßig maschinell bearbeitet werden, etwa Getreide, Kartoffeln oder Feldgemüse. Der Bauaufwand ist wegen der Statik und der größeren Spannweiten höher als bei bodennahen Anlagen.

Vertikale bifaziale Systeme

Hier stehen die Module senkrecht in Reihen, meist mit beidseitig aktiver Zellfläche. Diese Bauform benötigt vergleichsweise wenig Fläche für Fundamente und lässt sich gut in bestehende Fahrgassen zwischen Anbaureihen integrieren. Durch die senkrechte Ausrichtung verschiebt sich das Ertragsprofil: Die Module liefern morgens und abends bei tiefstehender Sonne mehr Strom als über eine flach geneigte Anlage, während die Mittagsspitze schwächer ausfällt. Diese Bauart wird häufig bei Grünland, Beerenobst und in Kombination mit Weidehaltung eingesetzt.

Tracker-Systeme

Nachgeführte Systeme drehen die Module im Tagesverlauf der Sonne nach, oft in Kombination mit hoch aufgeständerten Konstruktionen. Die Nachführung kann so gesteuert werden, dass sie zusätzlich als Witterungsmanagement dient, etwa indem die Module bei drohendem Hagel eine schützende Position einnehmen. Der technische und wartungsseitige Aufwand ist bei dieser Variante am höchsten.

DIN SPEC 91434 als Kategorisierungsgrundlage

Damit eine Anlage als Agri-PV gilt und nicht als klassische Freiflächenanlage eingestuft wird, orientiert sich die Praxis an der DIN SPEC 91434 “Agri-Photovoltaik-Anlagen: Anforderungen an die landwirtschaftliche Hauptnutzung”. Die Norm unterscheidet unter anderem zwischen Kategorie I (Anlagen über der Kultur, meist hoch aufgeständert) und Kategorie II (Anlagen neben oder zwischen der Kultur, etwa vertikale Reihen). Sie definiert außerdem qualitative Kriterien dafür, wie groß der Anteil der weiterhin landwirtschaftlich nutzbaren Fläche mindestens sein muss, damit die Doppelnutzung tatsächlich gegeben ist. Diese Einordnung ist relevant für die Frage, ob eine Fläche im Sinne der Agrarförderung weiterhin als landwirtschaftlich gilt und ob eine Anlage an speziellen Ausschreibungssegmenten teilnehmen kann.

Förderkulisse: EEG, Ausschreibungen und Solarpaket I

Agri-PV-Anlagen sind im EEG als eine der Kategorien besonderer Solaranlagen verankert, die eigenständig von klassischen Dach- und Freiflächenanlagen behandelt werden. Größere Anlagen nehmen in der Regel an Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teil, in denen Projektierer um eine Marktprämie konkurrieren. Das Solarpaket I hat in den vergangenen Jahren mehrere Anpassungen an der Förderkulisse für besondere Solaranlagen vorgenommen, etwa bei den zulässigen Flächenkategorien und Ausschreibungsmengen. Weil sich diese Regelungen im Zeitverlauf ändern können, ersetzt dieser Überblick keine tagesaktuelle Prüfung der geltenden Ausschreibungsbedingungen. Verbindliche und aktuelle Details liefern die Bekanntmachungen der Bundesnetzagentur sowie eine Beratung durch einen auf Agri-PV spezialisierten Projektierer.

Vorteile für landwirtschaftliche Betriebe

Agri-PV bietet Betrieben mehrere Vorteile, die über die reine Stromerzeugung hinausgehen:

  • Ernteschutz: Module über den Kulturen können vor Hagel, extremer Sonneneinstrahlung und Trockenstress schützen und so Ernteausfälle abmildern.
  • Zweites Standbein: Die Stromerzeugung schafft eine zusätzliche, vom Wetter und von Marktschwankungen bei Agrarpreisen unabhängigere Einnahmequelle.
  • Wasserhaushalt: Die Teilverschattung durch die Module kann die Verdunstung auf der Fläche verringern und so in trockenen Phasen den Wasserbedarf der Kulturen senken.
  • Flächeneffizienz: Statt eine Fläche für Landwirtschaft oder Solarstrom zu entscheiden, wird derselbe Boden doppelt genutzt.

Gerade der Ernteschutz gewinnt angesichts zunehmender Wetterextreme an Bedeutung. Hagelschläge können bei ungeschützten Freilandkulturen innerhalb weniger Minuten zu erheblichen Ernteausfällen führen, während eine geeignete Agri-PV-Konstruktion die Kultur zumindest teilweise abschirmt. Ähnliches gilt für Starkregen und Sonnenbrand bei empfindlichen Kulturen wie Beerenobst, wo eine Teilbeschattung durch die Modulreihen das Mikroklima spürbar verändern kann. Diese Effekte sind kulturabhängig und lassen sich nicht pauschal auf jede Anbauform übertragen.

Herausforderungen und Hürden

Den Vorteilen stehen reale Hürden gegenüber, die vor einer Investitionsentscheidung ernsthaft geprüft werden sollten:

  • Investitionskosten: Hoch aufgeständerte und nachgeführte Systeme sind konstruktiv aufwendiger als klassische Freiflächenanlagen und entsprechend kapitalintensiver.
  • Genehmigung im Außenbereich: Agri-PV-Flächen liegen bauplanungsrechtlich im Außenbereich. Die frühere Privilegierung landwirtschaftlicher Vorhaben nach Paragraf 35 Baugesetzbuch greift für Agri-PV nur eingeschränkt, sodass in der Regel ein eigenständiges Genehmigungsverfahren nötig ist.
  • Netzanschluss: Die Kapazität des nächstgelegenen Netzverknüpfungspunkts begrenzt häufig die realisierbare Anlagengröße und muss frühzeitig beim Netzbetreiber angefragt werden.
  • Landwirtschaftliche Privilegierung: Ohne eine passende Bauleitplanung der Gemeinde lässt sich ein Agri-PV-Vorhaben im Außenbereich meist nicht allein auf den landwirtschaftlichen Bezug stützen.
  • Bewirtschaftungsaufwand: Pfosten, Fundamente und Kabelführung zwischen den Kulturen können die maschinelle Bewirtschaftung erschweren und erfordern angepasste Fahrwege und Arbeitsabläufe.
  • Technische Komplexität: Insbesondere nachgeführte Tracker-Systeme benötigen zusätzliche Wartung an Motoren und Steuerungstechnik, die über den Aufwand einer klassischen Freiflächenanlage hinausgeht.

Diese Punkte sprechen nicht grundsätzlich gegen Agri-PV, zeigen aber, dass eine realistische Planung deutlich mehr Vorlaufzeit und Fachwissen erfordert als eine einfache Dachanlage. Betriebe sollten deshalb frühzeitig prüfen, ob sich der zusätzliche Aufwand für die geplante Kultur und Betriebsgröße tatsächlich lohnt.

Typischer Projektablauf

Ein Agri-PV-Projekt durchläuft in der Praxis mehrere Phasen, deren Reihenfolge sich je nach Standort verschieben kann:

  1. Machbarkeitsprüfung: Standort, Bodenqualität, geplante Kultur und passender Systemtyp werden gegenübergestellt. In dieser Phase klärt sich meist auch, ob eine hoch aufgeständerte, eine vertikale oder eine nachgeführte Lösung überhaupt zur geplanten Bewirtschaftung passt.
  2. Netzanfrage: Frühzeitige Anfrage beim zuständigen Netzbetreiber, ob und mit welcher Kapazität ein Netzanschluss am geplanten Standort möglich ist. Weil Netzkapazitäten regional begrenzt sein können, entscheidet dieser Schritt häufig über die realistisch mögliche Anlagengröße und sollte deshalb sehr früh im Projekt angestoßen werden.
  3. Bauleitplanung und Genehmigung: Abstimmung mit der Gemeinde, gegebenenfalls Aufstellung eines Bebauungsplans, sowie das eigentliche Baugenehmigungsverfahren. Parallel dazu prüfen Fachbehörden Natur-, Wasser- und Bodenschutzbelange sowie die Einordnung nach DIN SPEC 91434.
  4. Ausschreibung und Finanzierung: Teilnahme an der passenden EEG-Ausschreibung, sofern die Anlage die entsprechenden Schwellenwerte erreicht, sowie die Finanzierungsplanung. Für kleinere Anlagen unterhalb der Ausschreibungsschwelle gelten abweichende Vergütungsregeln, die vorab mit einem Fachplaner geprüft werden sollten.
  5. Bau und Inbetriebnahme: Errichtung der Unterkonstruktion, Montage der Module, elektrischer Anschluss durch eine Elektrofachkraft und Anmeldung beim Netzbetreiber sowie im Marktstammdatenregister.

Zwischen der ersten Machbarkeitsprüfung und der tatsächlichen Inbetriebnahme vergeht bei Agri-PV-Projekten in der Praxis deutlich mehr Zeit als bei einer einfachen Dachanlage, allein weil Bauleitplanung und Netzanfrage parallel mehrere Monate bis Jahre beanspruchen können. Eine realistische Zeitplanung sollte diesen Vorlauf von Anfang an berücksichtigen.

Systemtyp und Eignung im Überblick

SystemtypTypische Eignung
Hoch aufgeständertAckerkulturen mit Maschineneinsatz, z. B. Getreide, Feldgemüse, Kartoffeln
Vertikal bifazial in ReihenGrünland, Beerenobst, Kombination mit Weidehaltung, enge Fahrgassen
Tracker-SystemeStandorte mit Bedarf an aktivem Witterungsmanagement, höherer technischer Aufwand

Fazit

Agri-Photovoltaik eröffnet landwirtschaftlichen Betrieben eine Möglichkeit, Flächen doppelt zu nutzen, ohne den Anbau aufzugeben. Welcher Systemtyp passt, hängt von der geplanten Kultur, der benötigten Durchfahrtshöhe und dem verfügbaren Budget ab. Wegen der komplexen Genehmigungslage im Außenbereich und der sich wandelnden EEG-Förderkulisse lohnt sich vor jedem Projekt eine frühzeitige Abstimmung mit Netzbetreiber, Bauamt und einem spezialisierten Projektierer. Wer stattdessen zunächst die klassischen Wege der Solarstromnutzung im Betrieb prüfen möchte, findet einen Einstieg in unserem Ratgeber zu Photovoltaik in der Landwirtschaft.

Häufige Fragen

Was kostet Agri-PV pro Hektar?+

Eine pauschale Zahl pro Hektar gibt es nicht seriös, weil die Kosten stark vom Systemtyp abhängen. Hoch aufgeständerte Konstruktionen für Ackerkulturen benötigen mehr Stahl und aufwendigere Fundamente als klassische Freiflächenanlagen, vertikal bifaziale Reihensysteme wiederum sparen Fläche für Fundamente, brauchen aber mehr Module pro Kilowatt Leistung als eine optimal ausgerichtete Anlage. Hinzu kommen Netzanschluss, Planungs- und Gutachterkosten, die von Standort zu Standort variieren. Belastbare Zahlen liefert nur ein konkretes Angebot für die jeweilige Fläche und den gewählten Systemtyp.

Ist Agri-PV genehmigungspflichtig?+

Ja. Agri-PV-Anlagen entstehen im bauplanungsrechtlichen Außenbereich und benötigen in aller Regel eine Baugenehmigung sowie in vielen Fällen einen Bebauungsplan der Gemeinde. Die frühere Privilegierung landwirtschaftlicher Bauvorhaben nach Paragraf 35 Baugesetzbuch greift für Agri-PV nur eingeschränkt, weshalb die Kommune meist eigens einen Planungsprozess durchführen muss. Der Zeitrahmen bis zur Genehmigung sollte deshalb frühzeitig mit dem Bauamt und der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt werden.

Welche Förderung gibt es für Agri-Photovoltaik?+

Agri-PV-Anlagen gehören zur Kategorie der besonderen Solaranlagen im EEG und können an eigenen Ausschreibungssegmenten der Bundesnetzagentur teilnehmen, die von den Regeln für klassische Freiflächenanlagen abweichen. Das Solarpaket I hat die Förderkulisse und die zulässigen Flächenkategorien in den vergangenen Jahren mehrfach angepasst. Weil sich Ausschreibungstermine, Höchstwerte und Flächenvorgaben ändern können, lohnt sich vor der Planung ein aktueller Blick in die Bekanntmachungen der Bundesnetzagentur oder eine Beratung durch einen spezialisierten Projektierer.

Wie viel Ertrag bringt ein Hektar Agri-PV?+

Der Stromertrag pro Hektar hängt vom Systemtyp, dem Verschattungsgrad, der Modulausrichtung und der regionalen Einstrahlung ab. Hoch aufgeständerte Systeme mit größerem Modulabstand erzeugen pro Fläche in der Regel weniger Strom als eine dicht belegte klassische Freiflächenanlage, weil bewusst Licht für die Kulturen durchgelassen wird. Gleichzeitig bleibt die landwirtschaftliche Ernte auf derselben Fläche erhalten, sodass sich der Gesamtnutzen nicht allein am Stromertrag pro Hektar bemisst. Eine realistische Ertragsprognose liefert erst eine Standort- und Systemauslegung durch einen Fachplaner.

Bleibt die Fläche bei Agri-PV weiter förderfähig als Ackerland?+

Das hängt davon ab, ob die Anlage die Vorgaben der DIN SPEC 91434 zur Doppelnutzung einhält, etwa hinsichtlich des Anteils der weiterhin landwirtschaftlich nutzbaren Fläche. Nur wenn diese Kriterien erfüllt sind, kann die Fläche im Sinne der Agrarförderung als landwirtschaftlich genutzt gelten. Die konkrete Einstufung im Einzelfall klärt die zuständige Landwirtschaftsbehörde beziehungsweise die Zahlstelle für die Direktzahlungen.

Welche Kulturen eignen sich für Agri-PV?+

Grundsätzlich kommen sowohl Ackerbau- als auch Dauerkulturen infrage, die Eignung unterscheidet sich aber je nach Systemtyp. Hoch aufgeständerte Anlagen eignen sich für Kulturen, unter denen weiterhin mit Maschinen gefahren werden muss, etwa Getreide oder Feldgemüse. Vertikale Reihensysteme lassen sich gut in bestehende Fahrgassen integrieren und werden häufig bei Grünland, Beerenobst oder in Kombination mit Weidehaltung eingesetzt. Welche Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Bodennutzung, Bewässerung und der geplanten Bewirtschaftung ab.

Verträgt sich Agri-PV mit Tierhaltung?+

Ja, insbesondere vertikale Systeme und Anlagen mit ausreichender Durchfahrtshöhe werden häufig auf Grünland- und Weideflächen eingesetzt, wo Tiere zwischen oder unter den Modulreihen weiden können. Die senkrechten Modulreihen dienen dabei zusätzlich als Witterungsschutz. Zu klären sind im Einzelfall Zaunführung, Verletzungsgefahr an Fundamenten und Kabeln sowie die Standsicherheit bei Kontakt mit Weidevieh.