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Gastbeitrag

Lohnt sich Photovoltaik für einen Handwerksbetrieb?

Redaktion fotovoltaikshop.de · aktualisiert am 27. März 2026 · 6 Min. Lesezeit
Kurz & knapp

Ja – besonders für produzierende Handwerksbetriebe, die tagsüber Maschinen laufen lassen, ist Photovoltaik sehr wirtschaftlich, weil der Strom direkt verbraucht wird. Eine 50-kWp-Anlage auf dem Hallendach erreicht im Betrieb schnell 60 bis 70 Prozent Eigenverbrauch, spart in unserem Fall rund 15.000 Euro pro Jahr und amortisiert sich in etwa 6 bis 9 Jahren.

Ein Gastbeitrag über die Erfahrungen mit einer 50-kWp-PV-Anlage im eigenen Betrieb – welche Einsparungen realistisch sind und was andere Handwerksbetriebe daraus mitnehmen können.

Warum Photovoltaik im produzierenden Handwerk besonders sinnvoll ist

Handwerksbetriebe mit eigener Produktion haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber reinen Bürobetrieben: Sie verbrauchen Strom genau dann, wenn die Sonne scheint. Werkzeugmaschinen, Absauganlagen, Kompressoren, Fräsen und Lackieranlagen laufen tagsüber – parallel zur Photovoltaik-Erzeugung auf dem eigenen Hallendach.

Das Ergebnis ist eine ideale Eigenverbrauchsquote: Ein Großteil des erzeugten Stroms kann direkt im Betrieb genutzt werden, ohne teure Zwischenspeicherung. In einer Zeit, in der Gewerbetreibende zwischen 30 und 40 Cent pro kWh Netzstrom zahlen, macht das einen erheblichen Unterschied.

Planung und Dimensionierung: Was passt zum Betrieb?

Die richtige Dimensionierung einer PV-Anlage für einen Handwerksbetrieb beginnt mit einer Analyse des Lastprofils. Wann wird wie viel Strom verbraucht? Wie viel Dachfläche ist verfügbar? Ist das Dach in geeigneter Ausrichtung und Neigung? Gibt es Verschattungen durch Nachbarbebauung oder Aufbauten?

Für einen mittelgroßen Werbetechnikbetrieb mit ca. 1.000 m² Hallenfläche und typischem Produktionsbetrieb kann eine 50-kWp-Anlage sehr gut passen. Sie erzeugt im süddeutschen Raum – wo die Einstrahlungswerte günstig sind – ca. 45.000 bis 55.000 kWh pro Jahr. Bei einem Eigenverbrauchsanteil von 60 bis 70 Prozent bedeutet das eine Eigenversorgung von 27.000 bis 38.000 kWh jährlich. Eine erste Schätzung für den eigenen Standort liefert unser Ertragsrechner.

50 kWp in der Praxis: Unser Erfahrungsbericht aus Schriesheim

Als produzierender Werbetechnikbetrieb in Schriesheim – mit Kundschaft für Werbetechnik & Lichtwerbung in Mannheim und in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar – haben wir 2022 eine 50-kWp-Photovoltaikanlage auf unserer Produktionshalle installiert. Der Verbrauch in der Werkstatt – Blechbearbeitung, Fräse, Spritzanlage, Beleuchtung – läuft weitgehend tagsüber und passt gut zur Erzeugungszeit. Im ersten vollen Betriebsjahr haben wir einen Eigenverbrauchsanteil von knapp 65 Prozent erreicht. Der Rest wird ins Netz eingespeist. Die jährliche Stromeinsparung liegt bei rund 15.000 Euro.

Ergebnisse nach dem ersten Jahr: Was sich wirklich verändert hat

Abgesehen von der messbaren Kosteneinsparung hat die PV-Anlage auch eine andere Wirkung: Sie zwingt zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Energieverbrauch. Wo werden unnötig Maschinen im Leerlauf betrieben? Welche Anlagen kann man auf Tageszeiten mit hoher Eigenproduktion verlagern?

Dieses Bewusstsein hat bei uns zu weiteren Optimierungen geführt: Die Hallenbeleuchtung wurde vollständig auf LED umgestellt, ein Lastmanagement für die größten Verbraucher installiert. In Kombination liegt die jährliche Gesamtersparnis heute rund 30 Prozent über dem, was allein die PV-Anlage gebracht hätte.

Was andere Handwerksbetriebe von unserem Beispiel mitnehmen können

Die wichtigste Erkenntnis: Eine PV-Anlage ist kein rein technisches Projekt – sie ist der Einstieg in eine umfassendere Energiestrategie. Wer sie gut plant, profitiert nicht nur durch Einsparungen, sondern gewinnt auch Unabhängigkeit von Strompreisentwicklungen.

Für Handwerksbetriebe, die eigene Produktionsflächen besitzen und tagsüber produzieren, ist die Rendite in der Regel sehr gut. Bei einer 50-kWp-Anlage mit heutigen Kosten von ca. 40.000 bis 60.000 Euro brutto liegt die Amortisationszeit bei 6 bis 9 Jahren – danach läuft die Anlage noch 15 bis 20 Jahre nahezu kostenfrei.

Häufige Fragen

Warum lohnt sich Photovoltaik im produzierenden Handwerk besonders?+

Weil Maschinen tagsüber laufen – genau dann, wenn die PV-Anlage Strom erzeugt. Dadurch wird ein Großteil des Solarstroms direkt verbraucht, ohne teure Zwischenspeicherung, und ersetzt Netzstrom zu 30 bis 40 Cent pro kWh.

Wie groß sollte die PV-Anlage für einen Handwerksbetrieb sein?+

Das richtet sich nach dem Lastprofil und der verfügbaren Dachfläche. Für eine rund 1.000 m² große Produktionshalle passt eine 50-kWp-Anlage gut; sie erzeugt im süddeutschen Raum etwa 45.000 bis 55.000 kWh pro Jahr.

Wie lange dauert die Amortisation?+

Bei einer 50-kWp-Anlage mit heutigen Kosten von rund 40.000 bis 60.000 Euro brutto liegt die Amortisationszeit bei 6 bis 9 Jahren. Danach läuft die Anlage noch 15 bis 20 Jahre nahezu kostenfrei.